Das Aus für Gentechnik auf den Felder Russlands

Die Einfuhr und Züchtung von genetisch veränderten Organismen ist ab 2017 in Russland unter Strafe verboten. Wird das Land nun zum globalen Trendsetter für Bioprodukte?

Ende Juni verabschiedete die russische Staatsduma ein Gesetz, das die Züchtung und Verbreitung von genetisch veränderten Pflanzen und Tieren im gesamten Hoheitsgebiet verbietet. Die Regierung kann zudem die Einfuhr von genmanipulierten Erzeugnissen nach Russland untersagen, sollte deren negativer Einfluss auf die Gesundheit und die Umwelt nachgewiesen werden. Das schrieb am 13. Juli 2016 KIRA JEGOROWA in „Russia Beyond the Headlines“.

Ab dem 1. Januar 2017 ist der Einsatz von Gentechnik nur noch im Rahmen von Expertengutachten und wissenschaftlichen Studien erlaubt. Bei Gesetzesverstößen drohen Amtspersonen Geldbußen in Höhe von 135 bis 680 Euro und juristischen Personen von 1 400 bis 6 800 Euro. In Russland galt bereits ein Moratorium auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO), eine Strafe war bisher jedoch nicht vorgesehen.

Russlands Biobauern können nun mit eine paar Sorgen weniger ihrer Arbeit nachgehen.

Verarmung als Politik

Programmierter Abstieg – Wie Deutschland Prekariat erzeugt

Das Feature: Eine Erzieherin, die ohne Nebenjob nicht über die Runden kommt; ein Unternehmer vor der Pleite, weil er beim Lohndumping nicht mitmacht; ganze Branchen, die auf Scheinselbständigkeit fußen. Mit System werden Millionen unter die Armutsgrenze gedrückt.

Quelle: WDR 5

Kanzleien boykottieren EU-Lobby-Register

„Nennen Sie mir Beweise, dass sich Anwaltskanzleien nicht ins Transparenz-Register der EU eintragen,“ sagte der für das Register zuständige EU-Kommissar kürzlich zu uns. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen. Schnell waren neun Kanzleien gefunden, die im Transparenz-Register der EU nicht eingetragen sind, aber nachweislich Lobbyarbeit betreiben – wir wissen, dass es viele weitere gibt.

Einige der von uns präsentierten Kanzleien machen in Brüssel zum Beispiel Druck für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, weil sie bei Konzernklagen im Rahmen von Investitionsschutzabkommen viel Geld verdienen. Anwaltskanzleien sind oft einflussreiche Lobbyakteure. Sie kennen sich gut aus und können beispielsweise Änderungsanträge für das EU-Parlament schreiben.

Wie keine andere Gruppe meiden sie jedoch das freiwillige Transparenz-Register der EU. In Brüssel wird in diesem Jahr darüber verhandelt, ob das Register Pflicht für alle Lobbyisten werden soll. Der EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker hatte vor seiner Wahl versprochen, das bisher freiwillige Register in ein verpflichtendes umzuwandeln. Davon sind wir aktuell jedoch leider meilenweit entfernt.

Durch unsere Studie können die EU-Institutionen ihre Augen nicht länger verschließen. Nur wenn die Kanzleien mit „an Bord“ sind, kann von einem umfassenden Lobbyregister die Rede sein. In den USA hatte man das gleiche Problem – bis der Eintrag ins US-Lobbyregister für Lobbyisten gesetzlich verpflichtend wurde. Diesem Beispiel muss die EU dringend folgen.

Unsere Studie jetzt anschauen und verbreiten! 

www.lobbycontrol.de

Abzocker unterwegs: Deutsche Domain

eMails mit Rechnungen der „DE Deutsche Domain” fordern Geld für angebliche Leistungen, wie Registrierung, Hosting oder was auch immer. In den Müll und auf gar keinen Fall zahlen.I

Keine dieser Rechnungen entspricht deutschem Recht. Es sind weder Rechnungsempfänger noch Rechnungsteller im erforderlichen Umfang auf der Rechnung enthalten. Die eMail zeigt im Grunde schon die Absicht: Abzocken. „Sehr geehrte Frau / Herr“ steht dort. Die „deutschedomain.com“ ist über die Firma Domains By Proxy, LLC im Arizona/USA registriert. Der Domaininhaber ist damit kaum greifbar. In der eMail fehlen natürlich sämtliche Pflichtangaben, die das deutschem Recht fordert.

Es gibt sogar in Deutschland eine Beschwerdestelle. Die geht jedoch nur deutschen Spam-eMails nach, weil sie der Meinung ist, dass ausländische Anbieter schwer oder gar nicht zu beeinflussen sind. Darum heißt es ja auch Internet.

Besondere Spam-E-Mails sind solche, die über die Rechtswidrigkeit der unverlangten Versendung hinaus entweder rechtswidrige Inhalte beinhalten oder auf solche verweisen.

E-Mail, Spam Vorgehensweise
Für Beschwerden über deutschen Spam bitte die beschwerdegegenständliche E-Mail mit Original Header an eine der folgenden E-Mail Adressen weiterleiten:

besonderer-spam@internet-beschwerdestelle.de

Datenschutz wird immer kritischer

Warum WhatsApp trotz Verschlüsselung unsicher bleibt

WhatsApp hat eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mittels TextSecure angekündigt. Nutzer des zu Facebook gehörenden Messengers sollten sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen.
von Volker Birk

Whatsapp verwendet ab der aktuellen Version eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der zu Facebook gehörende Messenger bietet damit – bisher wenigstens für Android – endlich ein wichtiges Sicherheits-Feature, das von vielen lange herbeigesehnt wurde. Alllerdings sollte man sich nicht zu früh freuen. Das liegt unter anderem daran, dass Nutzer ihre WhatsApp-Profile mit ihrer Handynummer verbinden müssen, es sind also eindeutige Rückschlüsse auf die Identität des Anwenders möglich.

Hinzu kommt: Um zu beweisen, dass man einer Software vertrauen kann, ist es notwendig, dass der Quellcode zur Verfügung steht. Dem verweigern sich allerdings diverse Anbieter von Krypto-Messenger, etwa der Schweizer Anbieter Threema. Dafür ist dies bei TextSecure der Fall, im Gegensatz zu WhatsApp. Der Messenger nutzt künftig die Technologie TextSecure, um Nachrichten der Anwender per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Was aber hat Netzaktivist Cory Doctorow geritten, sich zu dieser Aussage über WhatsApp hinreissen zu lassen? «Es ist die grösste Verbreitung von Ende-zu-Ende-Kryptographie in der Geschichte, und vorausgesetzt, dass sie keine Backdoors hinzugefügt oder fatale Fehler begangen haben, bedeutet das, dass mehrere Hundert Millionen Nutzer nun kommunizieren können, ohne dass sie von Regierungen, Gaunern, Bullen, Spionen oder Voyeuren ausspioniert werden können.»

Das ist schlicht unwahr. Die Aussage Doctorows muss in Frage gestellt werden, weil WhatsApp mit Sicherheit eine Hintertür enthalten muss. Und Doctorow weiss das. Das ist der Fall, weil es die Section 215 des amerikanischen Überwachungsgesetzes Patriot Act gibt – zumindest gibt es deshalb eine rechtliche Backdoor, die von US-Behörden beliebig und jederzeit benutzt und missbraucht werden kann. Der Versuch der Obama-Regierung, die totale Überwachung für amerikanische Bürger etwas zurückzunehmen (der alle anderen Personen auf unserem Planeten sowieso völlig ungeschützt ausgesetzt sind), ist diese Woche gescheitert. Denn dieser Versuch wurde von Politikern der republikanischen Partei im Senat blockiert. Ich bin mir sicher, dass Doctorow auch diese Fakten bekannt sind. Warum also erzählt er hier nicht die Wahrheit?

Geschäftsrisiko NSA

Was schon kurz nach den Snowden-Veröffentlichungen befürchtet wurde, ist nun zum offenen Geheimnis geworden, das praktisch jedermann in der Branche bekannt sein dürfte: Das Misstrauen in amerikanische IT-Dienstleistungen gefährdet die Gelddruckmaschine Cloud-Dienste. Als mehr und mehr Leute begannen, amerikanischen Systemen zu misstrauen, nahmen die Dinge eine unangenehme Wendung für viele Unternehmen wie Google, Facebook oder Apple.

Firmen wie Google haben ihr Geschäftsmodell auf die Grundlage gestellt, dass sie alle ihre Kunden unter eigener holistischer Überwachung halten. Googles Verwaltungsratspräsident Eric Schmidt machte im inzwischen berüchtigten «CNBC»-Interview keinen Hehl daraus, und bestätigte gleichzeitig, dass auch die amerikanischen Behörden von der Datenflut auf Anfrage jederzeit profitieren.

Nicht Apples Schuld



Apple reagierte prompt. Das Unternehmen verdient sein Geld im Wesentlichen mit Hardwareverkäufen und Verkäufen von Musik, Apps und anderem Content; die Cloud ist für Apple im Wesentlichen ein Zusatzgeschäft. Deshalb ist es wenig überraschend, dass Apple als eines der ersten Unternehmen aus dem Silicon Valley den Nutzern gute Nachrichten-Verschlüsselung bot. Aber es gibt einen grossen Unterschied zwischen guter Verschlüsselung und «die Behörden können nicht mitlesen», wie auch beispielsweise dieser Bericht des amerikanischen Blogs «Techdirt» erklärt. Das ist nicht unbedingt Apples Schuld, um es klar zu sagen. Kein Unternehmen in den USA hat hier die Wahl.

Zur Vertrauensbildung trägt in jedem Fall nicht bei, dass Facebook vor ein paar Jahren mit In-Q-Tel, dem Risikokapitalgeber der CIA, in Verbindung gebracht wurde. Ob dies allerdings über personelle Verflechtungen hinausreicht, bleibt offen. Davon abgesehen, bleibt die Frage, warum in der Hackerszene angesehene Leute wie Krypto-Spezialist Moxie Marlinspike und sein Projekt Open WhisperSystems bei der Integration von TextSecure mit Facebooks Tochterfirma WhatsApp kooperieren. Und Cory Doctorow, der kürzlich in den Beirat von Googles Datenschutz-Thinktank Simply Secure berufen wurde, applaudiert.

Honi soit qui mal y pense.

Autor Volker Birk engagiert sich im Chaos Computer Club (CCC) Schweiz und arbeitet am Anonymisierungsprojekt Pretty Easy Privacy (Pep), das unter anderem WhatsApp verschlüsseln und die Metadaten verschleiern will.

Deutsches Jammertal

Deutsche Zertifizierer mit Certificate Transparent noch nicht praxistauglich

Derzeit ist es für eMaildienste wie Posteo unmöglich, Zertifikate deutscher Zertifizierungsstellen als Haupt-Zertifikat einzusetzen.  Zuviele Geräte und Programme kennen deutsche Anbieter wie D-Trust oder die Bundesdruckerei nicht. Setzt ein eMaildienst dennoch ein Zertifikat einer solchen unbekannten Zertifizierungsstelle ein, kommt es bei den Kunden zu ständigen Fehlermeldungen, dass den eingesetzten Zertifikaten nicht vertraut wird. 

Unterstützung neuer Sicherheitstechnologien?

Das Telekom Trust Center (TeleSec), die Zertifizierungsstelle der Deutschen Telekom AG, hat nicht vor, Certificate Transparency zu unterstützen.
Diese bestehenden Probleme mit deutschen Zertifizierern werden sich also erst im Laufe von Jahre bessern. Voraussetzung ist, dass die deutschen Zertifizierer dafür sorgen, dass ihre sogenannten Root-Zertifikate in allen Geräten und Programmen der neueren Generation als vertrauenswürdig erkannt werden.

Dreckige Geschäfte

Manchmal kann man sich nur wundern, mit was für Dreck-Ideen sogenannte Start-Ups ihr Geld machen. Ich stelle mir mal andere Berufszweige vor, wie Architekten oder Handwerker und frage: Würde jemand, der noch richtig bei Trost ist, umsonst arbeiten? Als sportlichen Wettbewerb, weltweit ausgeschrieben? Na also. So ein Schwachsinn müsste verboten werden. Auf das den „CEOs“ das dämliche Grinsen im Hals stecken bleibt.