Massive Zerstörungen am Wurmberg bei Braunlage auf Kosten von Natur und Steuerzahlern

Goslar/Braunlage. Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltverbände des Landkreises Goslar (AGGU) kritisiert die maßlosen und völlig überzogenen Wintersportplanungen auf dem Wurmberg bei Braunlage im Oberharz. Die baulichen Maßnahmen mit Investitionen von 9,5 Millionen Euro sollen auf Kosten der Natur und auf Kosten der Steuerzahler durchgezogen werden. Hinzu kommen dann noch die jährlichen Folgekosten. Doch Natur und Landschaft sind die Grundlagen des Harztourismus. Wer Landschaft und Natur verschandelt und zerstört, zerstört letztlich auch die Grundlagen des Harztourismus, so die Naturschutzverbände in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

Die unterzeichnenden Umweltverbände des Kreises Goslar belegen ihre Position anhand der Wurmberg-Entwicklung in den vergangenen Jahren. Ursprünglich war in den 1990er Jahren sogar einmal vorgesehen, den Wurmberg in den Nationalpark Harz aufzunehmen. Dies wurde seinerzeit mit dem Hinweis, die Wurmbergkuppe stehe bereits unter Naturschutz und eine doppelte Unterschutzstellung sei unnötig, verworfen. 2005 wurde von der Wurmberg-Seilbahngesellschaft im Naturschutzgebiet eine illegale Monsterrollerstrecke gebaut, die erst nach einer Anzeige von Umweltverbänden der zuständigen Naturschutzbehörde bekannt wurde und dann von der Kreistagsmehrheit nachträglich genehmigt wurde. Von dieser Kreistags-mehrheit aus CDU, FDP und SPD wurde dann 2006 auch gleich das Naturschutzgebiet auf der Wurmbergkuppe so stark verkleinert, dass er nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Der jetzt noch bestehende lasche Landschaftsschutz wurde jetzt nochmals aufgeweicht, indem durch eine neue Verordnung das
bisherige strikte Bauverbot in ein Verbot der „massiven Bebauung“ umgewandelt wurde, d.h. eine Bebauung ist jetzt grundsätzlich möglich. Durch die geplanten Millioneninvestitionen sollen nicht nur großflächige Wälder am Wurmberg abgeholzt werden, jetzt wird auch noch das Was¬serschutzgebiet Wurmberg angegriffen und durch die geplante Wasserentnahme für Schneekanonen aus der Warmen Bode das nächste Naturschutzgebiet bedroht. Die Zahlen sprechen für sich: Am Wurmberg sollen 16, 2 ha Wald für neue Pisten gefällt werden, für die Schneekanonen soll auf der Wurmbergkuppe ein 5000 Quadratmeter großer Beschneiungsteich gebaut werden, mit dessen Wasser jährlich 80.000 Kubikmeter Kunstschnee produziert werden sollen, und der Neubau von 600 Parkplätzen verschlingt weitere Naturflächen.

Der Harz, der mit naturnahem Tourismus wirbt, macht sich mit dieser gigantomanischen Planung des harten Tourismus unglaubwürdig. Zudem ist die Planung auf Sand gebaut, denn in den Zeiten des Klimawandels ist es höchst unsicher, ob hier nicht eine riesige Fehlinvestition entstehen wird. Für diese Planung hat sich die ohnehin schon hochverschuldete Stadt Braunlage mit sage und schreibe 5,4 Mio. Euro zusätzlich verschuldet, die in einen Nachtragshaushalt eingestellt wurden. Und diesen Haushalt hat der Landkreis Goslar vor der Sommerpause auch noch ohne Zögern genehmigt. Letztlich dürfen die Steuerzahler diese großflächige Natur- und Landschaftszerstörung für die Geschäftsinteressen einer Minderheit auch noch mit Millionenbeträgen bezahlen und jährlich bezuschussen.

Die Zukunft des Harztourismus liegt in der Stärkung des Tourismus in der Flächen in allen Harzgemeinden und allen Gastgebern und Touristinfos, denn dort werden die Arbeitsplätze geschaffen, aber nicht in überzogenen Megaplanungen nur in einer einzigen Stadt.

BUND-Kreisgruppe Goslar, Knut Haverkamp, 1. Vorsitzender, 0171/11 31 841
NABU-Kreisgruppe Goslar, Mathias Kumitz, 1. Vorsitzender, 0177/88 766 85
LBU Niedersachsen, BI Goslar, Heinz Severitt, Sprecher, 05321/855 69
Naturfreunde Niedersachsen, Manfred Finger, Naturschutzbeauftragter Landkreis Goslar, 05321/815 38

—– Artikel erstellt auf iPhone mit BlogPress

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