Archiv für den Monat August 2011

WSI-Mitteilungen, Ausgabe 8/2011

Schwerpunktheft “ Prekarisierung der Arbeit – Prekarisierung im Lebenszusammenhang“

Unter dem Stichwort „Prekarisierung“ wurden in den letzten Jahren der Verlust an sozialer Sicherheit und die Gefährdung gesellschaftlicher Teilhabe thematisiert, die aus der Ausbreitung von befristeter Beschäftigung, Leiharbeit, Niedriglohn, Mini-Jobs, unfreiwilliger Teilzeitarbeit und Soloselbstständigkeit für die Betroffenen resultieren. Zugleich wurde auf die Machtdimension der Verunsicherung hingewiesen: Sie wirkt disziplinierend für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, nicht nur für die unmittelbar Betroffenen. Im neuen Schwerpunktheft der WSI-Mitteilungen wird näher analysiert, wie die Disziplinierung der Menschen erfolgt. Auf Basis mehrerer empirischer Studien wird Prekarität auch innerhalb scheinbarer Normalarbeit verortet, etwa wenn die Rechte der Beschäftigten und menschliche Würde am Arbeitsplatz verletzt werden. Darüber hinaus müssen die Veränderungen in der Erwerbsarbeit im Lebenszusammenhang der Betroffenen betrachtet werden. Die Auswirkungen entgrenzter Arbeit und prekärer Beschäftigung auf die Fürsorgearbeit, Kinder und Familienleben, häusliche Arbeitsteilung und Geschlechterarrangements sowie Gesundheit werden in den Blick gerückt.

Im Einzelnen enthält das Heft folgende Beiträge:

Christina Klenner

Prekarisierung der Arbeit – Prekarisierung im Lebenszusammenhang

Kerstin Jürgens

Prekäres Leben

Peter Bartelheimer

Unsichere Erwerbsbeteiligung und Prekarität

Klaus Dörre

Prekarität und Macht. Disziplinierung im System der Auswahlprüfungen

Michaela Schier/ Karin Jurczyk/ Peggy Szymenderski

Entgrenzung von Arbeit und Familie – mehr als Prekarisierung

Michèle Amacker

„Da haben wir wenig Spielraum“ – Familienernährerinnen in prekären Lebenslagen

Christina Klenner/ Svenja Pfahl/ Sabine Neukirch/ Dagmar Weßler-Poßberg

Prekarisierung im Lebenszusammenhang – Bewegung in den Geschlechterarrangements?

Susanne Völker

Praktiken sozialer Reproduktion von prekär beschäftigten Männern

Wolfgang Pieper/ Wolfgang Uellenberg-van Dawen

Von der Regel zur Ausnahme – Strategien gegen die Prekarisierung der Arbeitsbedingungen

Magdalena Freudenschuß

Prekäres Wissen über prekäre Arbeit? Wissensproduktion jenseits der Arbeitssoziologie

Mehr lesen: http:www.wsi.de

Advertisements

Öffentliche Tagung Friedrich Engels‘ „Geschichte Irlands“ (1869/70)

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Berlin 11.08.2011 ab 13:30 – 12.08.2011 14:00
Friedrich Engels‘ „Geschichte Irlands“ (1869/70) im Kontext der Deutsch-Irischen Beziehungen im 19. Jahrhundert

Irland war im 19. Jahrhundert eine politische Symbolnation, die aus unterschiedlichen Perspektiven für deutsche Reformer und Arbeiterradikale paradigmatische Bedeutung hatten. Friedrich Engels unternahm 1869 eine Irland-Reise und begann anschließend eine deutschsprachige Geschichte Irlands zu schreiben. Intensiv studierte er Geschichte und Politik Irlands, selbst die irische Sprache.
Link: http://idw-online.de/de/event35932

—– Artikel erstellt auf iPhone mit BlogPress

Auswärtiges Amt behindert internationales Bewegungstreffen von Attac

Ungerechtfertigte Visaverweigerungen für Teilnehmer aus Afrika

Mit Visaverweigerungen behindert das Auswärtige Amt die Teilnahme von Aktivisten aus sozialen Bewegungen Westafrikas an der European Network Academy for Social Movements (ENA), die am kommenden Dienstag in Freiburg beginnt. So lehnte das deutsche Konsulat in Abidjan das Besuchsvisum für Raimund Yoro Bi Ta ab, den Vorsitzenden von Attac Elfenbeinküste. Das Konsulat in Lomé verweigert Anoumo Dodji Bokodjin, einem Vorstandsmitglied von Attac Togo und bekanntem Menschenrechtsaktivisten, die Einreise nach Deutschland. Beide sollten bei der ENA über die Krisenfolgen und das Erstarken der sozialen Bewegungen auf dem afrikanischen Kontinent berichten.

Die Konsulate begründeten die Ablehnung der Anträge für die Teilnahme an der ENA damit, dass der Reisezweck die Visaerteilung nicht rechtfertige und nicht sichergestellt sei, dass die Antragsteller nach Ablauf des Visums wieder zurückkehren.

Diese offenbar gezielten Behinderungen für afrikanische Oppositionspolitiker legen den Verdacht nahe, dass dem Auswärtigen Amt die Beziehungen zu den korrupten Eliten wichtiger sind als die Unterstützung der demokratischen Bewegungen. Die Bundesregierung muss damit aufhören, den internationalen Austausch sozialer Bewegungen massiv zu behindern und diese administrativen Entscheidungen aufheben. Zwischen Afrika und Europa darf es nicht nur Wirtschafts-Kooperationen geben, die die reichen Handelspartner bevorzugen. Wir brauchen mehr Vernetzung zwischen den Zivilgesellschaften. Die ENA bietet dafür eine große Chance. Die Menschen hier zu Lande haben ein Recht, von Betroffenen selbst zu erfahren, was auf dem afrikanischen Kontinent geschieht.

„Unsere gemeinsame Zukunft bauen – Alternativen für eine bessere Welt entwickeln!“ lautet das Motto der European Network Academy, zu der das europäische Attac-Netzwerk rund 1000 Aktivisten aus ganz Europa und vielen außereuropäischen Ländern vom 9. bis 14. August in Freiburg erwartet. Auf dem Programm stehen mehr als 130 Workshops und Podien.

Am Mittwoch, 10. August, stehen die oppositionellen Bewegungen in Afrika im Mittelpunkt mehrerer Veranstaltungen. Aktivisten der Demokratiebewegungen in Kairo und Tunis werden aus eigenem Erleben berichten.

Keine halben Sachen

USA schlittert knapp am Staatsbankrott vorbei. In Europa taumeln ein halbes Dutzend Euro-Länder. Krisensitzungen bleiben folgenlos weil Politiker ihren Sponsoren nicht auf die Füße treten wollen. Was zu tun wäre?
Endlich CDS-Handel verbieten und Großbanken zerschlagen. Ohne effektive Finanzmarkt-Regulierung droht nächste Wirtschaftskrise.
http.www.attac.de

—– Artikel erstellt auf iPhone mit BlogPress