Jahrestag des Fukushima-GAU

Am 11. März gehen Atomkraftgegnerinnen in sechs Orten auf die Straße. Das AKW Brokdorf wird umzingelt. In Hannover wird gegen das nahegelegene AKW Grohnde demonstriert und in Gronau gegen die Urananreicherungsanlage. Zwischen Braunschweig, der Asse und Schacht Konrad ist eine 77 km lange Lichterkette geplant. Und auch an den AKW in Gundremmingen und Neckarwestheim finden große Demos statt.

Anti-Atom-Demo Ein Jahr nach dem Beginn des Super-GAU in Japan kommt das Thema gerade zurück in die Medien – die Öffentlichkeit versucht mit etwas zeitlichem Abstand neu zu beurteilen, was Fukushima für die deutsche Energiepolitik bedeutet. Deshalb besteht genau jetzt der Anlass und die Chance, öffentlich deutlich zu machen, dass wir den langjährigen Weiterbetrieb von neun AKW nicht akzeptieren, dass wir in höchstem Maße unzufrieden sind mit der Atommüll-Politik der Bundesregierung und dass die Versorgung von zehn Prozent aller Reaktoren weltweit mit Uran aus Gronau das Gegenteil von Atomausstieg bedeutet.

Viel schneller als befürchtet, läuft die Gegenbewegung der Atomfreunde, um sogar die Laufzeiten-Beschlüsse, die uns nicht ausreichend erscheinen, weiter aufzuweichen. Da wird so getan, als wäre die Stilllegung von AKW die Ursache für Blackout-Gefahr und steigende
Strompreise. Und mit dem Angriff auf die Solarförderung wird die dringend nötige Energiewende attackiert. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis der Ruf laut wird, die Laufzeiten der Meiler weiter zu verlängern.

Um das zu verhindern und um eine schnellere Stilllegung der Atomkraftwerke zu erreichen, gehen wir wieder auf die Straße. Und wir sollten viele derjenigen, die im letzten Jahr demonstriert haben, in den nächsten Tagen ansprechen, damit sie am 11. März mitkommen.

Denn natürlich ist die Situation eine andere als vor einem Jahr. Damals war die Betroffenheit riesig – und gekoppelt mit der Wut über Merkels Laufzeitverlängerung hat das dazu geführt, dass Hunderttausende auf die Straße gegangen sind. Das wird jetzt sicherlich nicht so sein – auch weil manche denken, der Ausstieg komme jetzt von alleine.

Aber wir wissen es leider besser: Schon einmal ist das schief gegangen, als nach dem rot-grünen Atomkonsens viele dachten, sie müssen nicht mehr aktiv werden. Das endete mit Laufzeitverlängerungen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert, sollten wir diesmal schlauer sein und nicht klein beigeben, bis das letzte AKW vom Netz ist. Und was ist dafür besser geeignet als der Jahrestag von Fukushima, weil am 11. März 2011 so vielen Menschen die Augen geöffnet wurden für den Schrecken und die Unbeherrschbarkeit der Atomenergie-Nutzung.

Lasst uns gemeinsam den Angriffen auf die Energiewende etwas entgegensetzen! Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Druck steigt, die Atomkraftwerke schneller vom Netz zu nehmen und sämtliche Atomfabriken zu schließen. Lasst uns deutlich machen, dass das, was Bund und Länder gerade in Sachen Endlagersuche aushandeln, dem Problem nicht
gerecht wird und den gesellschaftlichen Konflikt um den Atommüll nicht lösen wird.

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