Archiv für den Monat Mai 2013

Harzer Umweltverbände gegen erneutes Radrennen

Brockenstraße gehört in Verantwortung des Nationalparks Harz!

Wernigerode. Die Harzer Umweltverbände BUND, NABU und GFN protestieren gegen die erneute Planung, im September 2013 ein Radrennen auf der Brockenstraße durchzuführen. „Das ist ein Missbrauch der Brockenstraße, die eine wichtige Wanderroute zum Brocken darstellt und als nichtöffentliche Straße ansonsten nur dem Anliegerverkehr zum Brocken dient“, so die Sprecher der Verbände, Ulrich Kasten für die BUND-Kreisgruppe Harz, Dr. Gunter Karste für die NABU-Kreisgruppe Harz und Dr. Friedhart Knolle für den Nationalpark-Förderverein GFN. Die Leidtragenden werden die vielen Wanderer sein, die durch ein solches Rennen unnötig in Gefahr gebracht werden. Es ist unverständlich und unverantwortlich, dass sich der Landkreis Harz über die Bedenken des Nationalparks der letzten Jahren hinwegsetzt und diese Veranstaltung erneut in die Prüfung genommen hat, so die Sprecher weiter.

Die zunehmende Anzahl von organisierten Veranstaltungen im Nationalpark Harz auf der Brockenstraße registrieren die Kreisgruppen von NABU und BUND im Landkreis Harz und die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz mit großer Sorge. Angesichts der Tatsache, dass das Brockengebiet von allen anderen Harzgegenden am stärksten frequentiert wird, sind derartige Veranstaltungen eine zusätzliche Belastung für das Schutzgebiet – Großveranstaltungen wie Radrennen müssen daher außerhalb des Nationalparks stattfinden. Straßen mit entsprechender Steigung und wenig Verkehr stehen im Harz genügend zur Verfügung. Diese Pläne zeigen deutlich, dass einige Entscheidungsträger offenbar noch nicht verstanden haben, was die Nationalparkbesucher von einem Gebiet mit dem höchsten Naturschutzstatus erwarten.

Unverantwortlich sind derartige Veranstaltungen auch in Hinsicht der erhöhten Unfallgefahr auf der Brockenstraße. Will man wirklich die Unfallgefahr für die Wanderer verringern, dann sollte die Kreisverwaltung ihre Regulierungsmöglichkeiten auf der Brockenstraße wie Geschwindigkeitsbegrenzung und Kontrolle, weniger Autoverkehr unter größerer Inanspruchnahme der Brockenbahn und keine gefahrenträchtigen Großveranstaltungen endlich voll ausschöpfen.

23 Jahre geschlafen?

Es stellt sich erneut die Frage, warum die Brockenstraße nach 23 Jahren Nationalpark weiterhin eine Kreisstraße ist. Die Verbände rufen das Umweltministerium auf, die Veranstaltung zu untersagen und die Brockenstraße in die Verantwortung des Nationalparks zu geben. „Unsere schon lange vorgetragenen Bedenken, dass immer weitere Veranstaltungen am Brocken einen Schneeballeffekt haben, bestätigen sich hier leider“, so die Sprecher der Verbände. Dem müsse das Umweltministerium einen Riegel vorschieben.

NABU-Kreisgruppe Harz, Dr. Gunter Karste, 0170/570 9015

BUND-Kreisgruppe Harz, Ulrich Kasten, 03941/624 1990 und 0160/90 555 613

GFN e.V., Dr. Friedhart Knolle, 0170/22 09 174

Kommissare kneifen trotz Information

Jetzt hat die EU-Kommission einen Vorschlag für eine einheitliche EU-Saatgutverordnung beschlossen. Dieser beruht im Ansatz und in der Ausgestaltung im Wesentlichen auf dem von uns kritisierten Entwurf vom November 2012, ergänzt um eine „Nische“.
 
Verschiedene Kritikpunkte am Verordnungsentwurf finden Sie z.B. in der Presseerklärung der Kampagne für Saatgut-Souveränität: „Eine Nische macht noch keinen Sommer“ http://www.saatgutkampagne.org/eine-nische-macht-noch-keinen-sommer.html und in der Presseerklärung des Dachverbandes Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt, „Vermehrbares Saatgut droht vom Markt zu verschwinden“ http://kulturpflanzen-nutztiervielfalt.org/vermehrbares-saatgut-droht-vom-markt-zu-verschwinden 
 
Nach wie vor bleibt die Petition aktuell und richtet sich nun an die Mitglieder von Parlament und Ministerrat. Sechs Kommissare, unter ihnen Günther Oettinger, waren im Vorfeld der Kommissionsentscheidung am 6. Mai über die Petition und ihre Forderungen sowie den Stand der Unterzeichnung informiert und aufgefordert worden, die Verordnung zurückzuweisen. Sie haben es nicht getan.
 
Weiterhin gilt, dass eine neue EU-Saatgutverordnung geeignete Voraussetzungen für Vielfaltssorten, bäuerliche Sorten und Öko-Züchtungen schaffen muss. Diesen Forderungen wollen wir in den kommenden Wochen und Monaten gerne Nachdruck verleihen und zählen dabei auch auf Ihre Mithilfe, wenn es etwa gilt, mit Abgeordneten des EU-Parlamentes ins Gespräch zu kommen oder öffentlich für die Forderungen einzustehen.
 
Wer auf Papier gerne weitere Unterschriften im Freundeskreis und bei Veranstaltungen sammeln möchte, findet hier das passende Formular dafür hier: https://www.openpetition.de/pdf/unterschriftenformular/saatgutvielfalt-in-gefahr-gegen-eine-eu-saatgutverordnung-zum-nutzen-der-saatgut-industrie
 
Wer anderssprachige Freundinnen und Freunde über die Petition informieren will, findet hier einen Wegweiser zu den Fassungen z.B. auf Englisch, Französisch, Spanisch, Dänisch, Niederländisch, Italienisch, Slowenisch etc. hier: http://www.seed-sovereignty.org/EN/

Datenschutz, für wen?

Datensammler und -vermittler **Acxiom** http://acxiom.com muss den Konsumenten künftig alle gesammelten Informationen über sie, die zur Kommerzialisierung genutzt werden, offenlegen. Die Gesellschaft sammelt sämtliche Kunden-Inhalte weltweit – vom Einkommen bis zu politischen Ansichten – und zählt zu den globalen Sammelgiganten online.

Acxiom zählt mehr als eine Trillion Daten-Transaktionen von 700 Mio. Konsumenten weltweit pro Woche. Diese sollen den Bürgern nun jedoch transparent gemacht werden, was Vermutungen zufolge von der US-Federal Trade Commission http://ftc.gov eingeleitet wurde.