Harzer Umweltverbände gegen erneutes Radrennen

Brockenstraße gehört in Verantwortung des Nationalparks Harz!

Wernigerode. Die Harzer Umweltverbände BUND, NABU und GFN protestieren gegen die erneute Planung, im September 2013 ein Radrennen auf der Brockenstraße durchzuführen. „Das ist ein Missbrauch der Brockenstraße, die eine wichtige Wanderroute zum Brocken darstellt und als nichtöffentliche Straße ansonsten nur dem Anliegerverkehr zum Brocken dient“, so die Sprecher der Verbände, Ulrich Kasten für die BUND-Kreisgruppe Harz, Dr. Gunter Karste für die NABU-Kreisgruppe Harz und Dr. Friedhart Knolle für den Nationalpark-Förderverein GFN. Die Leidtragenden werden die vielen Wanderer sein, die durch ein solches Rennen unnötig in Gefahr gebracht werden. Es ist unverständlich und unverantwortlich, dass sich der Landkreis Harz über die Bedenken des Nationalparks der letzten Jahren hinwegsetzt und diese Veranstaltung erneut in die Prüfung genommen hat, so die Sprecher weiter.

Die zunehmende Anzahl von organisierten Veranstaltungen im Nationalpark Harz auf der Brockenstraße registrieren die Kreisgruppen von NABU und BUND im Landkreis Harz und die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz mit großer Sorge. Angesichts der Tatsache, dass das Brockengebiet von allen anderen Harzgegenden am stärksten frequentiert wird, sind derartige Veranstaltungen eine zusätzliche Belastung für das Schutzgebiet – Großveranstaltungen wie Radrennen müssen daher außerhalb des Nationalparks stattfinden. Straßen mit entsprechender Steigung und wenig Verkehr stehen im Harz genügend zur Verfügung. Diese Pläne zeigen deutlich, dass einige Entscheidungsträger offenbar noch nicht verstanden haben, was die Nationalparkbesucher von einem Gebiet mit dem höchsten Naturschutzstatus erwarten.

Unverantwortlich sind derartige Veranstaltungen auch in Hinsicht der erhöhten Unfallgefahr auf der Brockenstraße. Will man wirklich die Unfallgefahr für die Wanderer verringern, dann sollte die Kreisverwaltung ihre Regulierungsmöglichkeiten auf der Brockenstraße wie Geschwindigkeitsbegrenzung und Kontrolle, weniger Autoverkehr unter größerer Inanspruchnahme der Brockenbahn und keine gefahrenträchtigen Großveranstaltungen endlich voll ausschöpfen.

23 Jahre geschlafen?

Es stellt sich erneut die Frage, warum die Brockenstraße nach 23 Jahren Nationalpark weiterhin eine Kreisstraße ist. Die Verbände rufen das Umweltministerium auf, die Veranstaltung zu untersagen und die Brockenstraße in die Verantwortung des Nationalparks zu geben. „Unsere schon lange vorgetragenen Bedenken, dass immer weitere Veranstaltungen am Brocken einen Schneeballeffekt haben, bestätigen sich hier leider“, so die Sprecher der Verbände. Dem müsse das Umweltministerium einen Riegel vorschieben.

NABU-Kreisgruppe Harz, Dr. Gunter Karste, 0170/570 9015

BUND-Kreisgruppe Harz, Ulrich Kasten, 03941/624 1990 und 0160/90 555 613

GFN e.V., Dr. Friedhart Knolle, 0170/22 09 174

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