Archiv für den Monat August 2017

Fipronil in Eiern – Wie werden Biogeflügelställe desinfiziert?

In Eiern insbesondere aus den Niederlanden und Belgien wurde das Biozid Fipronil nachgewiesen, auch bei Ware aus ökologischer Erzeugung. Wahrscheinliche Ursache ist ein Desinfektionsmittel.

Hahn_weiss_q-28Welche Mittel sind zur Reinigung von Ökogeflügelställen erlaubt und wie werden Biogeflügelställe normalerweise gereinigt?

Weiterlesen 

https://www.oekolandbau.de/verbraucher/wissen/fragen-und-antworten/biolebensmittel/fipronil-in-eiern-wie-werden-biogefluegelstaelle-desinfiziert/

Advertisements

EFSA: Pestizidhersteller haben die Glyphosat-Bewertung redigiert

Im November 2015 veröffentlichte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA ihre Risikobewertung zu Glyphosat. Zwei Wochen vorher durften Vertreter der Pestizidhersteller den Entwurf der Bewertung lesen und umschreiben. Das belegen E-Mails, die von der Organisation Corporate Europe Observatory veröffentlicht wurden. Die EFSA bezeichnete das Vorgehen als gängige Praxis.

Wem nützt also die EFSA?

Wachstum durch Gelddrucken

Trotz der Gefahr, von unserem aktuellen Filmprojekt „Der marktgerechte Mensch“ abzulenken, halten wir es für nötig, Sie auf eine aktuell wichtige Frage hinzuweisen, die unseren letzten Film „Wer rettet Wen?“ betrifft.

2 Billionen EURO Geld gedruckt

Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt Zweifel angemeldet, dass die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank – 60 Milliarden monatlich, über 2 Billionen EURO bisher insgesamt – rechtens seien und hat den Fall an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) überwiesen. Es ist kaum zu erwarten dass das EuGH das Kaufprogramm stoppt. Aber es ist ungeheuer wichtig, dass jetzt die Diskussion noch einmal aufgerollt wird, ob diese Politik der EZB und der europäischen Regierungen sinnvoll ist.

Gewinner und Verlierer

Nicht zufällig hatte das Anleihe-Kaufprogramm Draghis stets die volle Unterstützung der Bundesregierung. Auch Bundesanleihen werden gekauft. Und wegen der extrem niedrigen Zinsen konnte Schäuble jedes Jahr einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren. Den hat er vor allem Herrn Draghi zu verdanken, weil das Kaufprogramm ja ein wesentlicher Grund für die niedrigen Zinsen ist. Was für Schäuble gut ist, ist aber für die deutschen Sparer und Versicherten eine Katastrophe. Sie werden permanent enteignet. Denn die Zinsen sind niedriger als die Inflation in Deutschland.

Ziel verfehlt

Das Kaufprogramm sollte ja einerseits durch die niedrigen Zinsen den gewaltigen Schuldenüberhang der Krisenstaaten vor allem auch der Banken leichter finanzierbar machen. Denn die Banken haben noch sehr, sehr viele faule Kredite in ihren Büchern. Andererseits sollten mit fast kostenlosen Kreditaufnahmen die Investitionen gefördert werden. Tatsächlich wächst die Wirtschaft in der Eurozone wieder leidlich (Um 0,6% in 2016). Aber nach dem gewaltigen Einbruch vor allem der Krisenstaaten in den Jahren zuvor ist das mehr als bescheiden. Vor allem die Investitionen, die durch das Kaufprogramm angeregt werden sollten, sind verschwindend niedrig, auch in Deutschland, aber vor allem in Italien und den anderen Krisenländern Südeuropas. Ja, die Arbeitslosigkeit ist gesunken, aber vor allem deshalb, weil die Bestqualifizierten abwandern bzw. weil in der Statistik die im deregulierten Arbeitsmarkt entstandenen unwürdigen Arbeitsverhältnisse nicht als solche gekennzeichnet sind. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum sieht anders aus.

Der nächste Crash ist vorprogrammiert

Dieser verzweifelte Versuch, mit dem Anleihe-Kaufprogramm eine lahmende Wirtschaft zu reanimieren, wird mit einer unglaublichen Geldflut erkauft. Das billige Geld schafft wachsende Blasen auf vielen Vermögensmärkten, vor allem aber auf den Immobilienmärkten. Die EZB hat über zwei Billionen EURO in den Finanzkreislauf gepumpt, ohne dass es eine entsprechende Wertschöpfung gibt. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Der nächste Crash, die nächste Finanzkrise ist vorprogrammiert.

Umverteilung rückgängig machen

Dennoch wird diese waghalsige und zugleich hilflose Politik der Geldschwemme fortgesetzt – weil man vor der einzig möglichen Alternative die Augen verschließt: Die großen Vermögen zur Kasse zu bitten, die Gläubiger der gewaltigen Schuldenberge.

Die Multimilliardäre in Griechenland sind heute wesentlich reicher als vor der Krise. Auch in Italien, in Spanien und Portugal gibt es diese extrem reichen Vermögenden, die durch die Krise und auch mit diesen Anleihekäufen noch reicher wurden. Während die Kleinsparer und Mittelverdiener verlieren. Eine klassische Umverteilung von unten nach oben. Die EZB kauft ja nur Anleihen großer Konzerne, die sich dadurch günstigst finanzieren können. Kleinunternehmen und der Mittelstand gegen da leer aus. Ihre Anleihen werden nicht gekauft, was ein enormer Wettbewerbsnachteil ist. So macht das Anleihe-Kaufprogramm die Ungleichheit nur noch größer. Die Lösung wäre, dass weder die deutschen Sparer noch die Mittelverdiener in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland weiter als Melkkühe herhalten. Es sollen die die Zeche zahlen, die in der Krise massiv profitiert haben u.a. durch das Anleihe-Kaufprogramm. Doch vor dieser einzigen Möglichkeit, den wachsenden Schuldenüberhang abzubauen, schreckt die EZB, aber auch die Politik in Europa zurück. Das Bundesverfassungsgericht kann da leider nichts stoppen. Aber begreifen wir es als Weckruf. So wie jetzt darf es auf keinen Fall weitergehen, andernfalls wird es sich bitter rächen.

Sie werden staunen: Der Film „Wer Rettet Wen?“ ist durchaus noch aktuell. Er hilft auf jeden Fall, diese Zusammenhänge verstehen! Viele, viele hundert Filmveranstaltungen seit Februar 2015 sind noch nicht genug!
· Wenn Sie den Film haben, schauen Sie sich ihn noch einmal an. Und führen Sie ihn vielleicht auch noch mal auf.
· Oder bitten Sie unseren Verleih, dass er den Film in einem Ihrer Kinos zeigt.
· Wenn Sie den Film noch nicht kennen: Besorgen Sie sich eine DVD oder ein DVD mit dem Buch oder laden sie ihn herunter
· Wir unterstützen Sie gerne mit Werbematerial oder ReferentInnensuche

Ihr WerRettetWen- Filmteam.
Leslie Franke und Herdolor Lorenz

film@whos-saving-whom.org | www.wer-rettet-wen.org| Wer rettet Wen auf Facebook

Neue Düngeverordnung – das ändert sich für Ökobetriebe

Seit Juni 2017 gilt die neue Düngeverordnung. Viele Veränderungen betreffen in erster Linie konventionell wirtschaftende Betriebe. Doch auch Ökobetriebe müssen sich auf neue Vorgaben und Regelungen einstellen. Welche dies sind, erfahren Sie hier.

» Weiterlesen

https://www.oekolandbau.de/erzeuger/pflanzenbau/allgemeiner-pflanzenbau/duengung/neue-duengeverordnung/

Gülleverschmutzung stoppen

Neue Initiative von 10 Institutionen: „Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!“
Mittwoch, 14.06.2017
BDEW startet zusammen mit neun Organisationen eine Petition gegen die Überdüngung der Böden und die Verschmutzung des Grundwassers – Gülle-Tourismus stoppen: Allein 2016 importierte Landwirtschaft zwei Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden – Drohende Kostenbelastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher verhindern

Berlin, 14. Juni 2017: Eine Koalition aus Wasserverbänden, Umweltorganisationen und einer Gewerkschaft hat heute den Startschuss gegeben für eine Petition zur Verschärfung des deutschen Düngerechts. Das gemeinsame Ziel: Die Nitrat-Verschmutzung der Böden und Gewässer stoppen und eine gewässer- und umweltverträgliche Landwirtschaft einfordern.  

Die massive Überdüngung der deutschen Felder durch die großindustrielle Agrarwirtschaft gefährdet zunehmend das Grundwasser. In einigen Regionen werden inzwischen alarmierende Nitratwerte gemessen. Das schadet  der  Umwelt und kostet die Verbraucherinnen und Verbraucher dreifach: Für die Wasserversorger wird es in vielen Regionen Deutschlands immer aufwendiger und kostenintensiver, die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten. Damit droht in einigen Regionen ein Anstieg des Trinkwasserpreises um über 60 Prozent. Die Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie könnte zu hohen Strafzahlungen für Deutschland führen, die letztlich von den Steuerzahlern finanziert würden. Hinzu kommen die bestehenden Subventionen für die größtenteils industriell geprägte Landwirtschaft.

Trotz allem floriert der Gülltetourismus: Nach Angaben der Universität Wageningen wurden allein 2016 zwei Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden auf deutschen Äckern entsorgt. Das entspricht 66.600 LKW-Ladungen.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die Europäische Kommission:

1. Sofortiger Dünge-Stopp in belasteten Gebieten, wenn der Grenzwert(Schwellenwert/Umweltqualitätsziel) von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser überschritten wird!

2. Verpflichtende Stoffstrombilanzen ab 2018 für alle Agrarbetriebe!

3. Gülle-Tourismus eindämmen: Gülletransporte bundesweit überwachen und in nitratbelasteten Gebieten Gülle-Importe stoppen!

4. Agrarwende: Die Milliarden-Subventionen für die großindustrielle Agrarwirtschaft müssen sofort zugunsten einer gewässer- und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Flächen umgeschichtet werden!

Die Initiative „Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!“ ist eine Initiative des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gemeinsam mit: Aktion Agrar, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Germanwatch, Greenpeace, GRÜNE LIGA und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.guelleverschmutzung-stoppen.de

Ansprechpartner für die Presse:

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)
Manuela Wolter – Stv. Pressesprecherin – 030 300 199-1162 – presse@bdew.de

Aktion Agrar
Leonie Dorn – 0163-718-0259 – leonie.dorn@aktion-agrar.de

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Christian Rehmer – Leiter Agrarpolitik – 030 275 86-473 – christian.rehmer@bund.net

Deutscher Naturschutzring (DNR)
Florian Schöne – Generalsekretär – 030 6781 775 99  – info@dnr.de

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
Clivia Conrad – Bundesfachgruppenleiterin Wasserwirtschaft – 0151/1267 3959 – clivia.conrad@verdi.de

Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)
Doreen Volsdorf – 030 2400867-892 – volsdorf@duh.de

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de