Archiv der Kategorie: Arbeitswelt

Newsletter WSI-Mitteilungen Heft 3/2018

Newsletter WSI-Mitteilungen
Heft 3/2018

1. Aktuelle Ausgabe: Schwerpunktheft „Industrie 4.0 konkret – Ungleichzeitige Entwicklungen, arbeitspolitische Einordnungen“
2. Vorschau auf Heft 4/2018
3. Informationen zu den WSI-Mitteilungen

1. Aktuelle Ausgabe

Hartmut Hirsch-Kreinsen
TECHNOLOGIEVERSPRECHEN INDUSTRIE 4.0

Sabine Pfeiffer, Norbert Huchler
INDUSTRIE 4.0 KONKRET – VOM LEITBILD ZUR PRAXIS?

Volker Baethge-Kinsky, Kai Marquardsen, Knut Tullius
PERSPEKTIVEN INDUSTRIELLER INSTANDHALTUNGSARBEIT

Martin Kuhlmann, Barbara Splett, Sascha Wiegrefe
MONTAGEARBEIT 4.0? EINE FALLSTUDIE ZU ARBEITSWIRKUNGEN UND GESTALTUNGSPERSPEKTIVEN DIGITALER WERKERFÜHRUNG

Gernot Mühge
EINZUG DER RATIONALITÄT IN DIE ORGANISATION? DIGITALE SYSTEME DER ENTSCHEIDUNGSUNTERSTÜTZUNG IN DER PRODUKTION

Gerhard Syben
BAUEN 4.0 UND DIE FOLGEN FÜR DIE ARBEIT IN BAUUNTERNEHMEN

Tobias Wienzek, Alfredo Virgillito
LEISE INNOVATION, NICHT RADIKALER UMBRUCH. DIE EINFÜHRUNG EINER INDUSTRIE 4.0-LÖSUNG BEI EINEM MÖBELHERSTELLER – EIN FALLBEISPIEL

Kerstin Guhlemann, Arno Georg, Olaf Katenkamp
DER MENSCH IM MITTELPUNKT ODER IM WEG? GRENZEN UND POTENZIALE MENSCHENGERECHTER ARBEITSGESTALTUNG IN DER DIGITALEN TRANSFORMATION

Thomas Haipeter, Inger Korflür, Gabi Schilling
NEUE KOORDINATEN FÜR EINE PROAKTIVE BETRIEBSPOLITIK. ERFAHRUNGEN AUS DEM GEWERKSCHAFTSPROJEKT „ARBEIT 2020 IN NRW“

Ingo Matuschek, Frank Kleemann
„WAS MAN NICHT KENNT, KANN MAN NICHT REGELN“ BETRIEBSVEREINBARUNGEN ALS INSTRUMENT DER ARBEITSPOLITISCHEN REGULIERUNG VON INDUSTRIE 4.0 UND DIGITALISIERUNG

Jürgen Klippert, Moritz Niehaus, Detlef Gerst
MIT DIGITALER TECHNOLOGIE ZU GUTER ARBEIT? ERFAHRUNGEN MIT DEM EINSATZ DIGITALER WERKER-ASSISTENZSYSTEME

Melanie Frerichs, Viktor Steinberger
SMART FOOD FACTORY. AUSPRÄGUNGEN VON INDUSTRIE 4.0 IN DER NAHRUNGSMITTELINDUSTRIE UND IMPLIKATIONEN FÜR DIE BETRIEBLICHE INTERESSENVERTRETUNG

Welf Schröter
PLÄDOYER FÜR EINEN PERSPEKTIVWECHSEL IM GEWERKSCHAFTLICHEN GESTALTUNGSDISKURS

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Die Finanzdiktatur

Verpflichten wir Wirtschaft und Politik, der Menschheit zu dienen!

am Samstag, 21. April 2018, 15:58 Uhr von Mohssen Massarrat

Das globale Handelsvolumen im Finanzsektor hat sich seit 1975 von 5 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2015 auf 160 Prozent um das 32fache erhöht. Im selben Zeitraum hat sich die globale Einkommensungleichheit dramatisch verstärkt. Gleichzeitig wurden sämtliche Staaten, nicht nur im Süden, sondern auch im Norden, zu verschuldeten Staaten. Die Staatsverschuldung der 5 wichtigsten Industriestaaten, USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan, stieg von 20 bis 100 Prozent in 1975 auf 80 bis 240 Prozent des BIPs in 2013. In denselben Staaten wuchs die Massenarbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum von 1 bis 5 Prozent auf 4 bis 10 Prozent. Gleichzeitig sank der Organisationsgrad der Beschäftigten in diesen Staaten von 20 bis 40 Prozent dramatisch auf 8 bis 28 Prozent. Es ist ganz offensichtlich: unter dem Druck des Finanzsektors und der neoliberalen Anleitung hat sich die Welt grundlegend verändert, leider zum Nachteil der überwältigenden Mehrheit der Weltbevölkerung.

Zum Artikel
https://www.rubikon.news/artikel/die-finanzdiktatur

Hybrid-Apps als Einfallstor für Angriffe auf Unternehmen

Oliver Küch, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT, teilte am 6. Oktober mit:

Immer mehr Hybrid-Apps im Einsatz – diese bringen Risiken der Webtechnologie auf Unternehmens-Smartphones. Die Experten für mobile Sicherheit des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT zeigen die App-Testlösung „Appicaptor“ und neue Untersuchungsergebnisse zu App-Sicherheit vom 10. bis 12. Oktober auf der it-sa in Nürnberg (Halle 9 Stand 410).

Viele, auch seriöse, mobile Apps haben schwerwiegende Sicherheitslücken in der Programmierung, die Angreifer ausnutzen und somit große Schäden für Unternehmen anrichten können. Besonders anfällig für Angriffe sind Hybrid-Apps, die auf unterschiedlichen mobilen Betriebssystemen laufen. Das ist das Ergebnis des neuen Appicaptor Security Index des Fraunhofer SIT, der sich dieses Jahr besonders auf die Sicherheitsanalyse der Hybrid-Apps konzentriert.
Plattformübergreifende, also Hybrid-Apps, nutzen Webtechnologien wie HTML und JavaScript. Damit importieren sie auch die Sicherheitsnachteile dieser Technologien vom Browser in die Apps – wo sie ungleich gravierendere Schäden für Unternehmen anrichten können, da durch die App-Schnittstellen zum Betriebssystem auch weitere Unternehmensdaten und Sensoren aus dem Smartphone angreifbar werden. „Hybrid-Apps sind aufgrund des fehlenden Integritätsschutzes der Anwendungslogik für den Unternehmenseinsatz besonders kritisch zu sehen“, sagt Dr. Jens Heider, Leiter des Testlabors für mobile Sicherheit am Fraunhofer SIT. Allerdings sind diese Apps bei Entwicklern sehr beliebt, da eine Anwendung nur einmal programmiert werden muss und dann plattformübergreifend läuft, was Zeit und Kosten sparen soll. „Wir haben eine Zunahme an verwundbaren Hybrid-Apps in den unterschiedlichen App-Stores festgestellt“, sagt Jens Heider.
Darüber hinaus wird eine Untersuchung dieser Apps erschwert, da ein Mix aus JavaScript und nativem Code genutzt wird. „Gerade Schwächen von JavaScript-Code werden bei vielen App-Analysen häufig nicht ausreichend berücksichtigt.“, erklärt Jens Heider. Hier haben die Fraunhofer-Forscher ihre Analysemethoden erweitert und so angepasst, dass auch Hybrid-Apps automatisiert untersucht werden können.
Laut dem Appicaptor Security Index ist es zudem auffällig, dass Hybrid-App-Entwickler überwiegend auf die Nutzung bestehender Schutzmaßnahmen in ihren Apps verzichten und Bibliotheken mit bekannten Sicherheitslücken einsetzen – sei es aus Zeitdruck oder Unkenntnis.
Die Fraunhofer-Sicherheitsforscher haben jeweils die 2000 Top-Apps für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS automatisiert untersucht. „Smartphone-Nutzer, die Apps mit einer schlechten Sicherheitsqualität nutzen, können über Schwachstellen dieser Apps Opfer von Angriffen Dritter werden, ohne explizite App-Malware installiert zu haben.“, erklärt Jens Heider. Dabei können Angreifer gravierende Schäden anrichten, je nachdem, über welche Berechtigungen die anfällige App verfügt: „Hat eine App etwa Zugriff auf Mikrofon und Dateisystem, kann eine seriöse Nachrichten-App zu einer Wanze umfunktioniert werden“. Unter Android kann ein Angreifer in diesem Fall auch unbemerkt Inhalte wie interne Fotos oder vertrauliche PDF-Dokumente aus dem (externen) Dateisystem auslesen und in einen Cloud-Speicher des Angreifers kopieren. Laut Appicaptor Security Index sind zudem mehr als 70 Prozent der Apps zur Verwaltung von Dokumenten und Dateien nicht sicher genug, um in Unternehmen eingesetzt zu werden. So sind beispielsweise übermittelte oder gespeicherte Daten nicht hinreichend gegen den unbefugten Zugriff durch Dritte geschützt.
Auf der it-sa zeigen die Fraunhofer-Wissenschaftler die App-Testlösung Appicaptor, mit der sie die Apps untersucht haben. Appicaptor scannt automatisch große Mengen von beliebigen iOS- und Android-Apps, untersucht sie auf IT-Sicherheit und Einhaltung von Datenschutzvorgaben und bewertet, ob sie für den Unternehmens- oder Behördeneinsatz geeignet sind oder nicht. Dabei arbeitet Appicaptor wahlweise mit Standardregeln oder gibt Empfehlungen entsprechend den individuellen Sicherheitsvorgaben und -anforderungen. Die Tests können automatisch wöchentlich wiederholt werden, sodass auch Änderungen bei sehr häufig aktualisierten Apps stets berücksichtigt werden können.
Das Fraunhofer SIT zeigt auf der it-sa außerdem Lösungen für mehr IT-Sicherheit in der digitalisierten Industrie sowie die „Volksverschlüsselung“, eine einfache Verschlüsselungshilfe für jedermann.

Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/it-sa2017 Fraunhofer SIT-Auftritt auf der it-sa 2017
http://www.sit.fraunhofer.de/securityindex2017 Appicaptor Security Index 2017:
http://www.appicaptor.de mehr Informationen zu Appicaptor

Einblick 5

# einblick 5/2013
*vom 18.03.2013*

**Equal Pay Day**: Frauen sind mehr wert
Frauen erhalten in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent weniger Entgelt als Männer. In kaum einem anderen EU-Land ist die Entgeltlücke so groß wie hierzulande. Gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat und dem Sozialverband Deutschland ruft der DGB deshalb am 21. März zum Equal Pay Day auf.
(Seite 1)

**Armuts-und Reichtumsbericht**: Beschönigt und verwässert
Irritation und Verärgerung löste die Bundesregierung mit ihrem Bericht „Lebenslagen in Deutschland“ aus. Für den DGB zeigt er, dass die Bundesregierung „die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt“.
(Seite 3)

**Junge Generation**: DGB-Jugend will Politikwechsel
Mit einem „Tag der Ansage“ macht die DGB-Jugend klar, was sie nach der Bundestagswahl von den Parteien erwartet. Bessere Ausbildung, sichere Berufsperspektiven und ein soziales Europa sind nur einige ihrer Forderungen.
(Seite 5)

**Arbeitsmarktreformen**: Von Häppchen wird niemand satt
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach erläutert, weshalb eine neue Ordnung der Arbeit der beste Weg ist, um Armut und gesellschaftliche Spaltung zu bekämpfen.
(Seite 7)

http://www.einblick.dgb.de

EQUAL PAY DAY – 21. MÄRZ

# Equal Pay Day am 21. März

## Bei Frauen in leitender Position ist der Einkommensrückstand zu Männern besonders groß

Für Frauen zahlt sich eine höhere Position im Beruf weniger aus als für Männer. Ihr Gehalt steigt mit der Qualifikation, doch gleichzeitig nimmt auch der Rückstand gegenüber männlichen Kollegen zu. So ist der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern mit 22,4 Prozent am größten, wenn Beschäftigte in leitender Stellung (Bezeichnung in der amtlichen Statistik: Leistungsgruppe 1) verglichen werden. Bei den ungelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (Leistungsgruppe 5) verdienen Frauen im Durchschnitt dagegen 8,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bei angelernten Beschäftigten und bei Fachkräften liegt der geschlechtsspezifische Lohnabstand zwischen diesen Werten. Das geht aus einer aktuellen Auswertung von Daten der vierteljährlichen Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes für das WSI GenderDatenPortal hervor. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2012 (3. Quartal; alle Daten in Tabellenform in der pdf-Version dieser PM; Link unten).

**Insgesamt beträgt der durchschnittliche Gender Pay Gap in Deutschland 22 Prozent.** Dass dieser Wert nicht identisch ist mit den oben genannten, hat im wesentlichen zwei Gründe:
– Erstens werden in der Verdiensterhebung Minijobs nicht erfasst. Diese sind häufig niedrig bezahlt und werden überwiegend von Frauen ausgeübt. Das trägt nicht unerheblich zum allgemeinen Lohnrückstand von Frauen bei.
– Zweitens verteilen sich Frauen und Männer unterschiedlich auf die einzelnen Leistungsgruppen: Männer sind in der höchsten Leistungsgruppe fast doppelt so häufig vertreten wie Frauen. Auch das vergrößert den allgemeinen Durchschnittswert des Pay Gaps für alle Beschäftigten.

Häufig wird darauf verwiesen, ein Teil des Gender Pay Gaps könne dadurch erklärt werden, dass Frauen seltener hohe Positionen einnehmen. „Unsere Strukturanalysen zeigen aber, dass der Lohnrückstand von Frauen gerade dann besonders groß ist, wenn sie in Bildung und Karriere investiert haben“, sagt WSI-Forscherin Dr. Christina Klenner. „Der Gender Pay Gap wird also nicht zwingend kleiner, wenn mehr Frauen in Führungspositionen gelangen, ohne dass sonst etwas geschieht.“ Entgeltungleichheit habe viele Ursachen, die aufeinander abgestimmt angegangen werden müssten. Eine wesentliche Aufgabe seien beispielsweise diskriminierungsfreie Arbeitsbewertungen. Außerdem sei es wichtig, die Konzentration von Frauen und Männern auf jeweils „typische“ Berufe zu durchbrechen.

Während sich die Verdienstunterschiede nach beruflicher Stellung für Westdeutschland kaum von den Werten für die gesamte Bundesrepublik unterscheiden, zeigt sich für Ostdeutschland ein deutlich abweichendes Bild: In vier von fünf Leistungsgruppen fällt der Verdienstabstand der Geschlechter geringer aus als in Westdeutschland (Daten siehe pdf-Version).

„Dass der Einkommensunterschied im Osten viel geringer ist, hat mit dem Umfang und der Kontinuität der Erwerbstätigkeit von ostdeutschen Frauen zu tun: sie arbeiten hier häufiger Vollzeit und seltener in Minijobs und unterbrechen ihre Berufstätigkeit selten für längere Zeit“ erklärt WSI-Forscherin Christina Klenner. „Es liegt aber auch daran, dass Männer in Ostdeutschland auch in leitenden Positionen viel weniger verdienen als ihre westdeutschen Kollegen.“

Die Pressemitteilung mit Tabellen (pdf):
http://www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2013_03_20.pdf

Mehr Grafiken zur Entgeltungleichheit von Frauen und Männern
unter http://www.boeckler.de/wsi_38965.htm

Dropbox-Sicherheitskopien

Ich liebe die Dropbox. Das ist so eine geniale Möglichkeit, Dateien mit Anderen oder mit eignen Rechnern einschließlich iPhone und iPad auszutauschen. Und es geht so schnell nichts verloren. Warum? Dropbox legt von (versehentlich) gelöschten Daten Sicherheitskopien an.

Sie liegen in einem versteckten Ordner auf der Festplatte, für den Fall, dass die gelöschte Datei später doch noch gebraucht wird. In diesem versteckten Ordner sammeln sich natürlich bald zahlreiche Daten, die Platz auf der Festplatte belegen. Sie sollten ab und zu aufgeräumt werden.

Unter Windows 7, Vista und XP:
Kopieren Sie den Pfad in die Adressleiste des Windows-Explorers: %HOMEPATH%\Dropbox\.dropbox.cache

Sie haben nun den versteckten Ordner auf Ihrer Festplatte, in dem Dropbox Sicherheitskopien der kürzlich gelöschten Dateien ablegt.
Öffnen Sie diesen Ordner und überprüfen Sie, ob diese Dateien wirklich nicht mehr benötigt werden.
Markieren Sie ihn anschließend und löschen Sie den Ordner. Um ihn endgültig von Ihrem Rechner zu entfernen, müssen Sie ihn noch aus dem Papierkorb von Windows löschen.

Sicherheitskopien sollten Sie nur löschen, wenn Sie den Platz dringend benötigen oder aus Datenschutzgründen verhindern wollen, dass gelöschte Dateien weiterhin auf Ihrer Festplatte gespeichert sind.
—– Artikel auf iPad erstellt / c4harry

IMK Report 77: Deutsche Dumping-Löhne belasten Europa

Stein, Ulrike / Stephan, Sabine / Zwiener, Rudolf
Zu schwache deutsche Arbeitskostenentwicklung belastet Europäische Währungsunion und soziale Sicherung

Arbeits- und Lohnstückkosten in 2011 und im 1. Halbjahr 2012

Das IMK analysiert seit Jahren regelmäßig anhand von Eurostat-Daten die Entwicklung der Arbeitskosten und der Lohnstückkosten in Europa. In diesem Report wird zuerst die Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft, im privaten Dienstleistungssektor und im Verarbeitenden Gewerbe in wichtigen europäischen Ländern dargestellt. Anschließend wird die Entwicklung der Lohnstückkosten analysiert und die Interpretation des Sachverständigenrats kritisch hinterfragt. In einem weiteren Kapitel wird der Einfluss der Arbeitskostenentwicklung auf die sozialen Sicherungssysteme untersucht. Im abschließenden wirtschaftspolitischen Teil wird dann auf die negativen Auswirkungen der niedrigen deutschen Arbeitskostenzuwächse auf die Stabilität des Euroraums eingegangen.

Zuletzt, im Jahr 2011, kostete in Deutschland eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft 30,1 Euro. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin an siebter Stelle, obwohl die Steigerungsrate mit 3 % höher als früher und auch höher als die durchschnittliche Steigerungsrate im Euroraum war. Im deutschen Dienstleistungssektor kostete die Arbeitsstunde 20 % weniger als im Verarbeitenden Gewerbe. In keinem anderen EU-Land ist dieser Rückstand so groß. Die Entwicklung der Arbeitskosten beeinflusst die preisliche Wettbewerbsfähigkeit und die Exportperformance. Gleichzeitig spielt die Lohnentwicklung eine wichtige Rolle für den Konsum und die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Sozialversicherung. In Deutschland stiegen seit Beginn der Währungsunion Arbeitskosten und Lohnstückkosten – also die Kosten im Verhältnis zur Produktivitätsentwicklung – nur wenig. Dies lähmte die Binnennachfrage und schadete den sozialen Sicherungssystemen. Um die Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum schneller abzubauen und die Anpassung in den Krisenländern zu erleichtern, müssen die deutschen Löhne über etliche Jahre um mehr als 3 % zulegen.

Download:
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_77_2012.pdhttp://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_77_2012.pdf

I M K W O R K I N G P A P E R

Working Paper 105

Palley, Tom I.
A neo-Kaleckian – Goodwin model of capitalist economic growth:
Monopoly power, managerial pay, labor market conflict, and endogenous technical progress
(in Englisch)

Dieser Artikel entwickelt ein neo-kaleckianisches-Goodwin-Wachstums- und Verteilungsmodell. Das Modell hilft das relativ geringe Wachstum in den USA während der vergangenen 30 Jahre zu erklären.

Download:
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_wp_105.pdf

—– c4harry / iPhone