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Vergifteter Wanderfalke im Nationalpark Harz

Wernigerode – Sankt Andreasberg. Durch die Projektgruppe Wanderfalkenschutz Niedersachsen wurde im Mai 2019 ein toter Wanderfalke im Nationalpark Harz aus seiner Brutnische geborgen. Es handelte sich dabei um einen Altvogel, dessen Zustand auf einen Todeszeitpunkt ca. Mitte April schließen ließ.
 
Ebenfalls in der Brutnische wurde eine Taubenfeder gefunden, die eine rosa Paste aufwies. Wanderfalken rupfen ihre Beute häufig in der Nähe ihrer Brutplätze, weshalb davon auszugehen ist, dass der Falke auch diese Taube gefressen hat. Bei der toxikologischen Untersuchung dieser Feder wurden Rückstände von Parathion (E 605) nachgewiesen, ein Kontaktinsektizid. Die Anwendung oder Abgabe von Parathion enthaltenden Pflanzenschutzmitteln sind in der EU seit Februar 2003 verboten. Es muss davon ausgegangen werden, dass eine Taube bewusst mit dem Gift versehen wurde, um gezielt Wanderfalken zu vergiften.
 
Nach schweren Bestandseinbrüchen ab Mitte des 20. Jahrhunderts und einem völligen Verschwinden des Wanderfalken als Brutvogel im Harz aufgrund von Vergiftungen und Verfolgung konnte sich die Population ab den 1980er Jahren mithilfe von gezielten Auswilderungen wieder erholen.
 
Der Wanderfalke ist eine streng geschützte Vogelart und unterliegt dem Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie sowie des Bundesnaturschutzgesetzes. Wanderfalken dürfen nicht getötet, gefangen oder in irgendeiner Weise verfolgt werden. Jede Nachstellung von Greifvögeln erfüllt einen Straftatbestand und kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.
 
Die Nationalparkverwaltung Harz hat Strafanzeige erstattet. Sachdienliche Hinweise nimmt die Nationalparkverwaltung Harz entgegen (pertl@nationalpark-harz.de oder Telefon 05582-9189-32).
 
Anliegende Fotos frei mit dieser PM, Fotos: Nationalpark Harz. Weitere Fotos auf Anfrage.
 
 
Mit freundlichem Glück Auf
Im Auftrage
Dr. Friedhart Knolle, Nationalpark Harz
Presse, Marketing & Regionalentwicklung
Lindenallee 35, 38855 Wernigerode
Tel. 03943/5502-32 & 0170/22 09 174
E-Mail info@nationalpark-harz.de
http://www.nationalpark-harz.de
Ihre Spende hilft: http://www.gfn-harz.de
PC-Fax: 03 222 98 440 84
 

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Widerstand gegen Abschuss von Wölfen

Wolfsrudel vor Abschuss schützen!

Das Bundeskabinett will das Bundesnaturschutzgesetz ändern, um Wölfe nach Übergriffen auf Weidetiere einfacher töten zu können. Dabei geht die Regierung viel zu weit. So würde der Gesetzentwurf ermöglichen, nach und nach ganze Rudel zu schießen, wenn Risse nicht eindeutig zuzuordnen sind. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert gar den präventiven Abschuss von Wolfsrudeln!

Und: Es geht dabei nicht nur um den Wolf. Einige Änderungsvorschläge greifen das Artenschutzrecht an sich an. Auch geschützte Tiere wie Kranich, Eisvogel oder Fischotter könnten dadurch wieder stärker verfolgt werden – ein fatales Signal in Zeiten alarmierender Berichte über den weltweiten Artenschwund! Der BUND wird alles dafür tun, dieses Gesetz zu verhindern.

Wölfe sind durch europäisches Recht eine absolut geschützte Tierart. Die Stimmungsmache der Jägerlobby soll den Weg vorbereiten, dass sich diese schiesswütigen Bastarde austoben können. Ministerin Julia Klöckner, in ihrem Amt völlig inkompetent, spring willig auf jeden Einfluss der Jagd- und Agrarlobby auf. Kein einziges Problem in der Landwirtschaft wird gelöst, immer nur Symbolpolitik und Augenwischerei. Klöckner muss endlich zurücktreten.

Düngeverordnung

BÖLW-Kommentar zur neuen Dünge-Verordnung

Berlin, 21.05.2019. Die EU-Kommission droht Deutschland mit einer weiteren Klage, sollte die Bundesrepublik nicht für Düngeregeln sorgen, die die Nitratverschmutzung stoppen. Am 22. Mai beraten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die Bundesländer die neue Düngeverordnung. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des deutschen Bio-Spitzenverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert:

„Wir fordern von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Umweltministerin Svenja Schulze und den Länder ein wirksames Düngerecht, das punktgenau die Verursacher in Pflicht nimmt und diejenigen, die Gewässer schützen, entlastet.

Es wäre kontraproduktiv, wenn die Politik ausgerechnet die Bauern mit Auflagen behindern würde, die unser Wasser schützen. Wasserschützern das Leben schwer zu machen, löst das Nitratproblem nicht, sondern verschärft es. Das gilt besonders für Bio-Betriebe. Denen hat zuletzt das staatliche Thünen Institut bestätigt[1], wasserfreundlich zu wirtschaften.

Es ist deshalb folgerichtig, dass Klöckner, Schulze und auch die Länder versichern, dass Bio-Betriebe nicht zusätzlich belastet werden sollen. Das muss aber jetzt auch wirksam in der Dünge-Verordnung umgesetzt werden. Am einfachsten erreicht man das, wenn Öko explizit von Zusatzauflagen befreit wird. Denn Bio-Betriebe sind schließlich durch die EU-Öko-Verordnung bereits Beschränkungen in der Düngung unterworfen. Und jeder Öko-Hof wird mindestens einmal jährlich detailliert kontrolliert, dass diese Regeln eingehalten werden. Befreit man die Betriebe aufgrund der kontrollierten Bio-Bewirtschaftung von Zusatzauflagen, würde auch die administrative Umsetzung der Dünge-Verordnung erheblich erleichtert.

Ein wirksames Düngerecht muss auch sicherstellen, dass auf der Fläche nur so viele Tiere gehalten werden, wie Böden und Gewässer verkraften. Ohne diesen wichtigen Schritt werden die Nitratüberschüsse in unseren Gewässern nicht ausreichend reduziert. Wichtig ist auch, dass leicht lösliche synthetische Stickstoffdünger, die das Nitrat-Problem verschärfen, im neuen Düngerecht mitgeregelt werden.

Die Umwelt braucht wirksame Regeln, die Bauern Planungssicherheit. Ein verlässliches Düngerecht auf Basis des Verursacherprinzips ist der effektivste Wasserschutz und verhindert unsinnige Bürokratie.“

Hintergrund

Warum Deutschland das Düngerecht verbessern muss
Im Juni 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass die aktuellen Düngeregeln schädliche Nitratüberschüsse nicht ausreichend eindämmen – fast ein Jahr nach dem Urteil droht die EU-Kommission nun mit einer weiteren Klage, sollte die Bundesrepublik nicht unverzüglich handeln. Tut das die Bundesregierung nicht, drohen Strafzahlungen von über 800.000 Euro täglich und ein neues Gerichtsverfahren.

Für den schlechten chemischen Zustand des Grundwassers ist die Belastung mit Nitrat aus der landwirtschaftlichen Fläche die häufigste Ursache. Innerhalb Europas gehört Deutschland zu „den sechs Ländern mit den höchsten nationalen Stickstoff-Salden“[2]. Deshalb soll Deutschland die erst 2017 beschlossene Düngeverordnung erneut verbessern. Die ersten Vorschläge der Bundesregierung für eine Anpassung der Verordnung genügten der EU-Kommission nicht. Auch eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte, dass die angepassten Regeln „keine nennenswerte Reduzierung der Stickstoff-Überdüngung und damit von Nitrat-Einträgen ins Grundwasser“[3] bewirken würden.

Was zur Nitratverschmutzung führt
Das eigentliche Problem: Bei zu vielen Tiere auf zu wenig Fläche, also einer nicht-flächengebundene Tierhaltung, fällt auch mehr Gülle an, als die Böden und das Grundwasser verkraften können.
Hier geht es nicht um den Großteil der deutschen Betriebe, sondern vor allem um Betriebe mit intensiver Viehhaltung in bestimmten Regionen Deutschlands. Wird zu viel Dünger auf den Feldern verwendet, gelangt mehr Stickstoff in den Boden, als die Pflanzen für ihr Wachstum benötigten und aufnehmen können. Als im Wasser gelöstes Nitrat sickert der Stickstoff tiefer durch das Erdreich und gelangt schließlich ins Grundwasser (…).“[4]

Betriebe, die Wasser schützen, werden benachteiligt
Aktuell ist das Düngerecht absurd gestrickt und mit Blick auf Gewässerschutz unzureichend wirksam: Die Düngeverordnung benachteiligt ausgerechnet wasserschützende Betriebe wie Bio-Höfe, obwohl diese ein Teil der Problemlösung sind. Bio punktet besonders dort, wo Landwirtschaft in der Breite nachhaltiger werden muss. Daher arbeiten viele Wasserwerke mit Bio-Betrieben zusammen. Die Wissenschaft belegt die eindeutigen Vorteile von Bio, da weniger kritische Stoffe wie chemisch-synthetische Pestizide eingesetzt werden und die Düngung gesetzlich streng begrenzt ist.[5]

Folgen der Nitratverschmutzung
Die Folgen: In vielen Regionen befindet sich das Grundwasser in einem kritischen Zustand. „So wiesen bei Untersuchungen für den Nitratbericht der Bundesregierung im Zeitraum von 2012 bis 2014 rund 50 % der Grundwassermessstellen eine erhöhte Nitratkonzentration auf, bei 28 % lag sie sogar über dem zulässigen Grenzwert für Trinkwasser.“[6] Laut der Grundwasserdatenbank besteht dringender Handlungsbedarf: „An rund 22 % der Vorfeldmessstellen wird der Nitratgrenzwert von 50 mg/l überschritten. An rund 28 % der Vorfeldmessstellen liegen die Nitratkonzentrationen über 37,5 mg/l. In der Spitze wurden im Jahr 2016 sogar Nitratwerte bis 357 mg/l erreicht.“[7]

Wie Bio-Bauern düngen, lesen Sie auf https://www.boelw.de/themen/pflanze/duengung/.

Gemeinwohlökonomie ist machbar

Am Freitag, den 17. Mai um 19:30 Uhr spricht Christian Felber zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie: Gehen Wirtschaft und Ethik zusammen?
Der öffentliche Vortrag findet an der Universität Kassel, Campus Center, Hörsaal 1 (Moritzstr. 18, 34125 KasseI) als Auftaktveranstaltung der Frühjahrstagung der Ökumenischen Initiative eine Welt in Kooperation mit UniKasselTransfer | Service Learning und GWÖ-Regionalgruppe Kassel statt.

Eintritt ist frei.

Hintergrundinformationen liefert http://www.ecogood.org und Erd-Charta.

Julia Klöckner muss endlich liefern

EU-Agrarpolitik (GAP): Reform
„Viele Bundesländer steuern schon um in Richtung zukunftsfähige Landwirtschaft. Doch der große Rahmen muss stimmen, weshalb die GAP renoviert gehört. Mit den Milliarden Steuergeldern müssen Bauern, die mehr leisten für Umwelt und Gesellschaft, stärker unterstützt werden.
Julia Klöckner darf die Länder-Kollegen nicht im Regen stehen lassen. Denn denen geht bereits heute oft schon das Geld aus, wenn es um die Honorierung von Öko-Betrieben geht. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesministerin im Ministerrat Flagge für eine ambitionierte GAP-Reform zeigt. Dem Grundsatz ‚öffentliches Geld für öffentliche Leistungen‘ entsprechend müssen mindestens 70 % der EU-Agrargelder in freiwillige Umweltleistungen der Landwirte investiert werden.“

Zeit für eine andere Landwirtschaft: Humus-Initiative

BÖLW zur Bodenzustandserhebung Landwirtschaft
Humus aufbauen – Klima schützen: Es wird Zeit für die Humus-Initiative*!

Berlin, 05.12.2018. Die erste Bodenzustandserhebung Landwirtschaft bestätigt die dramatischen Ergebnisse vieler Einzelstudien: Deutschlands Böden verlieren Humus. „Mit dem Humus geht unseren Böden Fruchtbarkeit und auch Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen der Klimakrise verloren“, sagt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am heutigen Weltbodentag und erinnert an das hinter uns liegende Dürrejahr. „Ein echter Teufelskreis. Die Landwirtschaft schadet sich selbst, wenn sie humusschädigend arbeitet. Die Böden können weniger Wasser aufnehmen und speichern.“ Schlimmer noch: Der Kohlenstoff, der im Humus gespeichert ist, entweiche beim Humusabbau als Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre. Das heize dem Klimawandel weiter ein, so Löwenstein.

„Bundesministerin Julia Klöckner muss aus den Ergebnissen ihrer Wissenschaftler dringend und umgehend Konsequenzen ziehen!“, so der BÖLW-Vorsitzende. „Frau Klöckner hat es nicht nur bei der UN-Klimaschutzkonferenz in Kattowitz sondern vor allem auch bei den laufenden Verhandlungen zur Reform der EU-Agrarpolitik in der Hand. Damit die Landwirtschaft zum Teil der Lösung der Klimakrise wird, müssen die EU-Agrargelder vor allem auch gezielt für Klimaschutz ausgegeben werden – etwa für wirksame Programme zum Humusaufbau auf dem Acker. Die Bundeslandwirtschaftsministerin muss aktiv werden ehe alle Würfel für die neue Agrarpolitik in Brüssel gefallen sind!“ Bisher nicht bekannt, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mehr Klimaschutz mit der Reform der EU-Agrarpolitik erreichen will.

Das System Öko-Landbau fördert Bodenleben und Humusaufbau durch reichhaltige Fruchtfolgen, den Anbau von Kleegras und Düngung mit Mist und Kompost, so Löwenstein. „Nicht nur konventionelle Betriebe, sondern auch viele Bio-Betriebe können mehr tun, um Humus zu mehren. Daher haben wir gemeinsam mit Wissenschaftlern ein Aktionsprogramm Humusaufbau* erarbeitet“, sagt Löwenstein und verwies abschließend auf Gespräche mit dem Deutschen Bauernverband, die das Ziel hätten, gemeinsam ein Maßnahmenpaket vorzuschlagen.

*s. anbei

Hintergrund
Im Bericht „Humus in landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands – Ausgewählte Ergebnisse der Bodenzustandserhebung“ des Thünen-Institutes (heute vorgestellt von Thünen und BMEL) wurde zum ersten Mal eine bundesweite Inventur der landwirtschaftlich genutzten Böden durchgeführt. Anhand der gewonnen Bodenproben können Aussagen über die Sauerstoffversorgung und die Humusbildung gemacht und festgestellt werden, wie der Boden beschaffen ist.

Auf der Pariser Klimakonferenz (COP21) haben sich 2015 insgesamt 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzabkommen mit dem Ziel geeinigt, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Den Beitrag Deutschlands zu diesem Ziel hat Bundesregierung in ihrem Klimaschutzplan 2050 konkretisiert. Demnach sollen in Deutschland die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zurückgehen. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn alle Sektoren einen Beitrag dazu leisten.

Neben der Reduktion der Stickstoffüberschüsse kann der gezielte Humusaufbau eine wichtige Maßnahme sein, um die Emissionen aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Die Anreicherung von Kohlenstoff in Form von Humus gehört zu den wenigen Klimaschutzmaßnahmen, die nicht nur Emissionen vermeiden, sondern diese sogar rückgängig machen können (negative emission technology). So geht das Umweltprogramm der UN davon aus, dass durch humusmehrende Bewirtschaftungsmethoden jedes Jahr bis zu 4.8 Gt CO2e  gespeichert werden können. Darüber erhöht Humusaufbau die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Landwirtschaft gegenüber den Folgen des Klimawandels. Sie wirkt sich positiv auf die Biodiversität im Boden, die Wasserspeicherkapazitäten und damit den Hochwasserschutz sowie auf die Ertragsstabilität aus.

Bisher wird der Humusaufbau insbesondere durch Cross-Compliance Bestimmungen (Erhaltung des Anteils der organischen Substanz im Boden, GLÖZ 6) und die Greening-Prämie im Rahmen der GAP Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (z.B. den Anbau von Zwischenfrüchten als ÖVF-Fläche) sowie durch verschiedenen GAK bzw. ELER-Maßnahmen gefördert (z.B. Boden schonende Nutzung oder Umwandlung von Ackerland in Grünland, Umstellung oder Beibehaltung der ökologischen Bewirtschaftung, etc.). Trotz dieser Bemühungen zeigen Monitoring-Ergebnisse, dass es in den letzten zwei Dekaden in Deutschland zu keiner Steigerung des Humusanteils in landwirtschaftlich genutzten Böden gekommen ist.