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Gentechnik bleibt Gentechnik

BÖLW fordert Klarheit und Wahrheit
Gentechnik als Gentechnik regulieren
 
Berlin, 07.06.2019. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) diskutiert heute mögliche Regulierungsoptionen für neuartige Gentechnik-Verfahren wie z. B. CRISPR-Cas. Friedhelm von Mering, Gentechnikexperte des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), nimmt an der Veranstaltung teil und kommentiert:
 
„Heute wurde erneut deutlich: CRISPR und Co. sind Gentechnik und müssen deshalb mit dem Gentechnikrecht reguliert werden. Nur das schützt die legitimen Interessen der Bürgerinnen, der Umwelt und der Wirtschaft.
 
Im EU-Gentechnikrecht ist die Risikoprüfung, Kennzeichnung und Verursacherhaftung verankert. Diese Elemente garantieren Züchterinnen, Landwirten, Unternehmen und ihren Kundinnen Wahlfreiheit. Und sie sind von entscheidender Bedeutung für wirksamen Schutz vor Kontaminationen. Nicht zuletzt gewährleisten sie  auch eine wissenschaftsbasierte Bewertung der mit den neuen Gentechnik-Verfahren erzeugten Organismen.
 
Keine der neuen Gentechniken kann ohne wirksame und unabhängige Prüfung der Ergebnisse als harmlos angesehen werden. Das zu behaupten ist unwissenschaftlich. Denn Verfahren wie CRISPR-Cas können gravierende Veränderungen im Genom und darüber hinaus auslösen. Wie die Genmanipulation auf den Organismus oder die Umwelt wirken, muss deshalb zwingend durch eine Risikoprüfung geklärt werden. Und genau diese garantiert das aktuelle Gentechnikrecht.
 
Auch wenn es immer wieder behauptet wird: Regulierung bedeutet weder ein Forschungsverbot noch beschränkt es Unternehmen darin, Produkte auf den Markt zu bringen.
 
Die Vorschläge zu den neuen Gentechniken, die im BMEL heute präsentiert wurden, sind entweder nicht (vollständig) mit dem Europarecht vereinbar oder untergraben die Wahlfreiheit. Statt sich weiter in Gedankenspielen über Deregulierungen zu verlieren, müssen Bundesregierung und EU-Kommission das EuGH-Urteil endlich umsetzen und z. B. dafür sorgen, dass Unternehmen und Überwachungsbehörden praktikable Nachweisverfahren zur Verfügung stehen.
 
Zahlreiche Arbeitsplätze in der deutschen und europäischen Lebensmittelwirtschaft, die sich mit gentechnikfreier Produktion eine starke Position im europäischen und globalen Lebensmittelmarkt erarbeitet hat, sind gefährdet, wenn neue Gentechniken nicht als diese reguliert werden.
 
Das Geschäftsmodell der neuen Gentechniken bleibt dasselbe wie bei der alten Generation: Patente auf Tiere und Pflanzen. Patente blockieren Innovationen, gerade für kleine und mittelständische Unternehmen in der Züchtung und der Land- und Ernährungswirtschaft.“
 
Mehr zum Thema Gentechnik lesen Sie auf der BÖLW-Webseite.
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https://www.boelw.de/themen/gentechnik/landwirtschaft/

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IMK Report 77: Deutsche Dumping-Löhne belasten Europa

Stein, Ulrike / Stephan, Sabine / Zwiener, Rudolf
Zu schwache deutsche Arbeitskostenentwicklung belastet Europäische Währungsunion und soziale Sicherung

Arbeits- und Lohnstückkosten in 2011 und im 1. Halbjahr 2012

Das IMK analysiert seit Jahren regelmäßig anhand von Eurostat-Daten die Entwicklung der Arbeitskosten und der Lohnstückkosten in Europa. In diesem Report wird zuerst die Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft, im privaten Dienstleistungssektor und im Verarbeitenden Gewerbe in wichtigen europäischen Ländern dargestellt. Anschließend wird die Entwicklung der Lohnstückkosten analysiert und die Interpretation des Sachverständigenrats kritisch hinterfragt. In einem weiteren Kapitel wird der Einfluss der Arbeitskostenentwicklung auf die sozialen Sicherungssysteme untersucht. Im abschließenden wirtschaftspolitischen Teil wird dann auf die negativen Auswirkungen der niedrigen deutschen Arbeitskostenzuwächse auf die Stabilität des Euroraums eingegangen.

Zuletzt, im Jahr 2011, kostete in Deutschland eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft 30,1 Euro. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin an siebter Stelle, obwohl die Steigerungsrate mit 3 % höher als früher und auch höher als die durchschnittliche Steigerungsrate im Euroraum war. Im deutschen Dienstleistungssektor kostete die Arbeitsstunde 20 % weniger als im Verarbeitenden Gewerbe. In keinem anderen EU-Land ist dieser Rückstand so groß. Die Entwicklung der Arbeitskosten beeinflusst die preisliche Wettbewerbsfähigkeit und die Exportperformance. Gleichzeitig spielt die Lohnentwicklung eine wichtige Rolle für den Konsum und die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Sozialversicherung. In Deutschland stiegen seit Beginn der Währungsunion Arbeitskosten und Lohnstückkosten – also die Kosten im Verhältnis zur Produktivitätsentwicklung – nur wenig. Dies lähmte die Binnennachfrage und schadete den sozialen Sicherungssystemen. Um die Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum schneller abzubauen und die Anpassung in den Krisenländern zu erleichtern, müssen die deutschen Löhne über etliche Jahre um mehr als 3 % zulegen.

Download:
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_77_2012.pdhttp://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_77_2012.pdf

I M K W O R K I N G P A P E R

Working Paper 105

Palley, Tom I.
A neo-Kaleckian – Goodwin model of capitalist economic growth:
Monopoly power, managerial pay, labor market conflict, and endogenous technical progress
(in Englisch)

Dieser Artikel entwickelt ein neo-kaleckianisches-Goodwin-Wachstums- und Verteilungsmodell. Das Modell hilft das relativ geringe Wachstum in den USA während der vergangenen 30 Jahre zu erklären.

Download:
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_wp_105.pdf

—– c4harry / iPhone

Biosprit-Lüge wissenschaftlich bewiesen

Seit Jahren kämpft das Umweltinstitut München gegen Agrarkraftstoffe. Nun spricht sich auch die Nationale Akademie der Wissenschaften in einer aktuellen Stellungnahme zur Bioenergie gegen Agrosprit und Agrargas aus (engl. Quelle).

Die Nationale Akademie der Wissenschaften hat die Aufgabe, die Politik unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen zu beraten. In ihrer Stellungnahme zur Bioenergie betonen die Wissenschaftler, die Produktion von Agrartreibstoffen sei aufgrund der Verknappung von Nahrungsmitteln sowie der Folgen für Klima, Ökosysteme und Biodiversität nicht zu empfehlen.

In der EU solle sich die Politik dafür einsetzen, das Beimischungsziel von zehn Prozent Agrartreibstoff zu kippen. Auch Biogas solle nur aus organischen Abfällen hergestellt werden. Nur um die Biogasproduktion aus Agrarabfällen oder den fluktuierenden Energiebedarf zu stabilisieren, könnten „Energiepflanzen“ genutzt werden.

Das Umweltinstitut München fordert mit der Kampagne „Nein zur „Biosprit“-Lüge!“ seit langem die Abschaffung der Beimischungsquote.


Unterstützen Sie die Online-Aktion mit Ihrer Protestmail und bestellen Sie unser Infomaterial sowie unseren neuen Aufkleber „Essen statt E10“.

http://umweltinstitut.org/agro-kraftstoffe/allgemeines/agrosprit-info-kampagne-922.html

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